Der Biber in der Dübener Heide

Der Biber, auch „Meister Bockert“ genannt, ist das Charaktertier der Dübener Heide und deshalb auch Wappentier des Naturparkes. Zahlreiche Biber leben auch im Presseler Heidewald- und Moorgebiet. Es gibt hierzulande wohl kaum eine andere Tierart, die in ihrer Abwesenheit so viel Sympathie genießt, aber mit ihrer Gegenwart für so viel Aufregung sorgt wie der Biber.

Was macht den Biber so interessant und was bringt ihn in die negativen Schlagzeiten?

... seine Biologie

Biber beim Fressen - Foto: SykoraBiber sind mit einer durchschnittlichen Länge von 120 cm (mit Schwanz) und einem Gewicht von ca. 25 kg, tragende Weibchen sogar bis zu 36 kg die größten Nagetiere der nördlichen Hemisphäre. Der kellenförmig abgeplattete, unbehaarte Schwanz, die sog. „Kelle“, steuert 30 cm zur Gesamtlänge bei. Der Pelz ist besonders kostbar durch seine extrem dichte, gekräuselte Unterwolle (bis zu 23.000 Haare/cm² am Bauch), darüber sitzen längere Grannenhaare. Diese Fellkonstruktion erzeugt eine „stromlinienförmige Außenhaut“. Die Pflege des Felles erfolgt mittels „Putzkralle“, einer Doppelkralle am zweiten Zeh des Hinterfußes, die als Kamm fungiert sowie mittels öligem Sekret aus Drüsen in der Analregion.

Wesentlich für die Orientierung im trüben Wasser, zum Eintauchen in den Bau sowie zum Feststellen von Strömungsunterschieden sind die langen Tasthaare über den Lippen, den Augen und an den Handwurzeln. Neben Tastsinn sind beim Biber der Hör- und Geruchssinn hervorragend ausgebildet, das Sehvermögen nur schwach.

Kennzeichnend für den Biber als Nagetier ist u.a. das typische Nagergebiß. Im Ober- und Unterkiefer stehen zwei kräftige Schneidezähne, die wurzellos sind und deshalb zeitlebens wachsen. Die Vorderfront der Schneidezähne besteht aus härterem, rötlichem Zahnschmelz. Insgesamt besitzen die Biber 20 Zähne, die jeweils vier Backenzähne dienen zum Kauen. Mit den langen Schneidezähnen werden Bäume gefällt, Rinde geschält und Kräuter abgeschnitten. typischer Schnittkegel des Bibers - Foto: Stegner

Was fressen Biber eigentlich? Jedenfalls keine Fische, wie man früher glaubte. Im Sommer fressen die Tiere Kräuter, Wurzeln, Früchte, die sie im Wasser, am Ufer oder in Ufernähe finden. In der kalten Jahreszeit (Biber halten keinen Winterschlaf) werden Bäume gefällt, deren Rinde die Biber fressen. Bevorzugt werden meist Weiden, Espen und Pappeln. Im Presseler Heidewald- und Moorgebiet fressen die Biber vor allem Rinde von Birken und Eichen; selbst Buchen, Robinien und Kiefern werden genommen.

Ein ständiges „Wetzen“ der Zähne durch Abschleifen des hinteren weicheren Dentinteils ist zur Erhaltung der Schärfe unerläßlich. Mit den unteren deutlich längeren Schneidezähnen werden vorwiegend die Nagetätigkeiten ausgeführt, die oberen dienen hauptsächlich zum Festhalten. Biber können auch unter Wasser nagen, hierzu werden die Lippen seitlich in die Lücke zwischen Schneide- und Backenzähne eingefaltet und die Schneidezähne treten durch die gespaltene Oberlippe nach außen. Die Ohren werden beim Tauchvorgang eingefaltet, die Augen von einer durchsichtigen Nickhaut geschützt und die Nasenöffnungen geschlossen.

Beide Geschlechter bilden in Analdrüsen das einst als „Castoreum“ hoch geschätzte „Bibergeil“. Den Bibern dient es als Signal für fremde Artgenossen, d.h. zur Revierabgrenzung, sowie zur Orientierung. Das „Bibergeil“ besteht überwiegend aus Salicylsäure und könnte daher „aspirinartige“ Wirkung gezeigt haben. Übrigens äußerlich sind die beiden Bibergeschlechter außer während der Säugezeit nicht unterscheidbar, da äußere Geschlechtsmerkmale fehlen. Die Weibchen können etwas größer werden als die Männchen.

... seine Lebensweise

Durch seine Fähigkeit Burgen und Dämme anzulegen, kann der Biber Lebensräume zu seinem Vorteil gestalten und dadurch auch klimatisch extreme oder wasserarme Areale besiedeln. Mit dem Ausbau von Erdbauen zu Burgen kann er sich auch im flachen Gelände einen sicheren Zufluchtsort und eine gegen Wärme und Kälte gut isolierte Behausung schaffen.

Biberreviere habe unterschiedliche Größen; sie beinhalten neben einem oder mehreren Gewässern (bzw. Gewässerabschnitten) auch so viel Landlebensraum, dass sie ihre jeweiligen Revierinhaber ernähren können [siehe auch: Biologie]. Reviere werden entweder von Einzeltieren oder einer Familie bewohnt. Die Familiengruppen bestehen in der Regel aus den in Einehe lebenden, erwachsenen Tieren, den Halbwüchsigen und den Jungtieren. Die durchschnittliche Familiengröße liegt bei sechs Individuen. Biber mit Jungbiber - Foto: Sykora

Die Paarungszeit liegt im Hochwinter, und nach rund 100 Tagen Tragzeit kommen die Jungen zur Welt. Kurz vor der Geburt der Jungen vertreiben die Alttiere die halbwüchsigen Zweijährigen, die sich dann auf die Suche nach einem geeigneten Revier machen. Durchschnittlich wirft ein Weibchen des Elbe-Bibers fünf mal in seinem Leben meist drei Junge. Die im Mai gesetzten Jungtiere kommen sehend und behaart zur Welt und können sofort schwimmen. Sie werden von den Alttieren oder den halberwachsenen Geschwistern in den ersten Wochen dauernd betreut und bleiben in der Regel zwei Jahre im Familienverband. Diese lange Zeitspanne ist nötig, da neben dem angeborenen Verhaltensrepertoire noch verschiedene Überlebensstrategien und -techniken von den Alttieren und Geschwistern erlernt werden. So ist der Instinkt zum Bau von Dämmen zwar angeboren, besondere Fertigkeiten zum Dammbau und zur Anlage eines Wintervorrats müssen jedoch noch verfeinert werden.

... seine Bauwerke

Die markantesten – und gleichzeitig konfliktträchtigsten – Bauwerke von Bibern sind Dämme, mit denen die Tiere Gewässer aufstauen. Diese Bauwerke stabilisieren die Wasserführung im Biberrevier und erfüllen mehrere Zwecke:

  • bessere Nutzbarkeit des Gewässers zur Fortbewegung und zur Anlage von Wohnbauten (Lebensraumoptimierung);
  • Schutz der Biber vor Feinden (Feindvermeidung);
  • bei schlechter werdendem Nahrungsangebot können sich Biber durch die Anlage von Stauseen entferntere Nahrungsquellen erschließen (Lebensraumerweiterung);
  • der leichtere Transport von Stammstücken im Wasser wird möglich (Energieeinsparung)

Biberstau - Foto: Stegner

Es ist also für Biber einfacher, sich im Wasser als an Land zu bewegen. Sie versuchen stets mindestens 80 cm tiefe Gewässer zu halten; sinkt der Wasserstand, dann wird gestaut. Die Dämme können das Wasser zwischen 10 Zentimertern bis zu 2 Metern Höhe aufstauen. In Reliefarmen Gebieten können die Dämme bis zu 100 Meter lang werden (in Nordamerika sind bis 200 Meter lange Dämme bekannt geworden). Durch ihre Lebensraumveränderungen können Biber aber auch Konflikte mit der Landbewirtschaftung (Land- und Forstwirtschaft) hervorrufen [siehe: Probleme]. Andererseits könne die Dämme auch vielfältige positive Wirkungen auf den Naturhaushalt haben [siehe: Biber als Landschaftsbauer]. Häufig werden Dämme in unmittelbarer Nähe zum Bau der Biber angelegt.Biber am Eingang zur Höhle - Foto: Kohlhase

Biber graben sich – wenn möglich – Erdbauten in Uferböschungen, in denen die Familien leben. Bei steigenden Wasserständen, oder wenn die Decke der Erdbauten einstürzt, werden die Bauten oberseits mit Reisig und Schlamm abgedeckt (so genannter „Mittelbau“). Nur in flachem Gelände mit flächigen Gewässern werden auch die echten „Biber-Burgen“ gebaut, die inmitten von Wasser stehen. Bei allen Arten von Biberbauten befindet sich der Eingang unter Wasser; die Wohnhöhle selbstverständlich oberhalb der Wasserlinie. Durch einen vorgelagerten Staudamm können die Biber sichern, dass der Eingang stets unter Wasserliegt.

 

 

... die Geschichte der letzten Jahrhunderte

Der Name „Biber“ (mittelhochdeutsch) oder „Bibar“ (althochdeutsch) stammt von einem substantivierten Adjektiv, das soviel wie „der Braune“ bedeutet. Diese Umschreibung weist auf die besondere Verehrung und mythologische Bedeutung des Bibers hin.
Historisches Biberbild aus dem Thier-Buch von Conrad Gesner [1669]

Verschiedene Gründe führten seit dem Mittelalter beinahe zur Ausrottung des Bibers. Sein Pelz galt in der Volksmeinung als der Inbegriff von Wärme und Weichheit. Als wertvolles Handelsgut konnten Biberfelle (vor allem schwarze) im Mittelalter den Tauschwert eines Pferdes erreichen. Das Fleisch des Bibers zählte zu den Fastenspeisen, da er wegen seines „geschuppten Schwanzes“ und der amphibischen Lebensweise als Fisch galt. Hauptgrund für die Ausrottung war jedoch das „Castoreum“ oder „Bibergeil“, ein Sekret der Präputialdrüse des Bibers. Das Bibergeil enthält Salicylsäure in konzentrierter Form und diente als wirkungsvolles Heilmittel vor allem gegen Fieber und Schmerzen. Biber wurden als Fischräuber dargestellt [Gesner 1669]

Bis zum Ende des Mittelalters wurde der Biber in Unkenntnis seiner Lebensweise auch als vermeintlicher Nahrungskonkurrent verfolgt.

Neben der direkten Verfolgung, die die Hauptursache für die Ausrottung des Bibers war, beschleunigte der Mensch seinen Rückgang auch indirekt durch die Flußregulierung. Mit dem Ausbau praktisch aller großen Flüsse in Mitteleuropa wurden die oft viele hundert Meter breiten Flussbetten auf schmale Bänder reduziert und die kilometerbreiten Flussauen ausgetrocknet. Der Biber verlor den überwiegenden Teil seiner Lebensräume. Der Flußausbau erleichterte zudem den Zugang der Biberfänger in die Auen.

Konflikte zwischen Bibern und Landnutzern hat es hingegen in der Vergangenheit, als die Flussauen nicht intensiv landwirtschaftlich genutzt waren, nicht gegeben.

Der Biber stand am Ende des 19. Jahrhunderts weltweit am Rande der Ausrottung. Das letzte mitteleuropäische Vorkommen beschränkte sich auf eine kleine Kolonie des Elbebibers (Castor fiber albicus) in Sachsen-Anhalt (maximal 200 Tiere). Schutz und Bestrebungen zur Wiederansiedelung begannen zunächst in den USA, später auch in Schweden und in anderen europäischen Ländern.

Durch Wiederansiedlungen und strengen Schutz konnten sich die mitteleuropäischen Biberbestände auf inzwischen etwa 5000 Exemplare erholen.

...seine heutige Ausbreitungsfähigkeitschwimmender Biber - Foto: Kohlhase

Nachdem sich die kleinen verbliebenen Bestände von Bibern erholt hatten, begann in Mitteldeutschland eine bemerkenswerte eigenständige Ausbreitung der Art. Ausgehend von der Mittleren Elbe besiedelten Biber die Elbe im Torgauer Raum genau so wie die Mulde und die im Winkel beider Flüsse liegende Dübener Heide. Biber wandern inzwischen in scheinbar weniger geeignete Lebensräume im Kreis Delitzsch ein und zeigen damit ihre große ökologische Flexibilität.

Im Presseler Heidewald- und Moorgebiet wurden Biber zuerst im Sirxbachgebiet gefunden, später besiedelten sie den zufließenden Lauchbach. In den vergangenen Jahren haben sich Biber über das gesamte Gewässersystem im Presseler Heidewald- und Moorgebiet ausgebreitet: vom Sirxbach aus über den Presseler Teich in den Mühlbach, den Winkelmühlenteich, Siedegraben, Schwarzbach und Torfgraben.

Heute rächen sich Fehler vergangener Jahrzehnte: seit den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts hat man in der Schwarzbachniederung zwischen Pressel, Wöllnau und Battaue tiefe Entwässerungsgräben angelegt, um die Niedermoorböden landwirtschaftlich zu nutzen [siehe auch: Niedermoore]. Diese Gräben nutzen die Biber heute als Besiedlungswege, um sich neue Lebensräume zu erschließen [siehe auch: Probleme].

... die Probleme

Vor einigen Jahren noch besiedelten die Biber nur die unzugänglichen Bereiche an Sirxbach und Lauchbach. Seit jedoch auch die in der Agrarlandschaft liegenden Gewässer (Mühlbach, Schwarzbach, Siedegraben, Torfgraben) besiedelt wurden [siehe auch: Ausbreitungsfähigkeit], entstanden massive Probleme für örtliche Landwirtschaftsbetriebe.

Durch die Anlage von Staudämmen wurden Felder überstaut und Wiesen vernässt, die dann landwirtschaftlich nicht mehr nutzbar waren. Für diese Probleme gibt es leider keine einfachen Lösungen. Der Biber unterliegt einem strengen Schutz nach europäischem Naturschutzrecht. Doch selbst wenn in Ausnahmefällen durch die Naturschutzbehörde eine Genehmigung erteilt würde, wäre

  • das Öffnen oder Zerstören von Biberdämmen zwecklos, weil die Biber dann nur noch höher stauen;
  • ein Wegfang von Bibern erfolglos, weil die frei werdenden Reviere sofort von neuen Bibern besetzt werden würden.

In der nachhaltigen und langfristig tragfähigen Lösung dieser Konflikte liegt für Landwirtschaft und Naturschutz eine große Herausforderung für die Zukunft.

geöffneter Biberstau - Foto: Stegner

... Biber als Landschaftsbauer

Zahlreiche Maßnahmen des Naturschutzes, die in weiten Teilen Deutschlands unter Einsatz von Geld und Personal mit aufwendigen Planungs- und Genehmigungsverfahren angegangen werden, können als quasi „kostenlose Leistung der Natur“ vom Biber realisiert werden. Naturgemäß konzentieren sich diese Leistungen auf Feuchtgebiete. Die Folgen sind sehr komplexer Natur und sind daher dem ökologischen Wirkungsgefüge in Feuchtgebieten viel besser angepasst als die häufig monokausalen Erklärungs- und Beeinflussungsversuche durch den Menschen. Beispiele für ökologische Folgen der Biberaktivität sind: 

1. Einstau von Fließgewässern, dadurch...

... Auswirkungen auf das Fließgewässer:

  • Verringerung der Fließgeschwindigkeit von Fließgewässern
  • erspart künstliche Staumaßnahmen
  • steigert Selbstreinigungsvermögen der Gewässer
  • verringerte Gewässererosion, verstärkte Sedimentation
  • erspart Gewässerrenaturierung
  • Veränderung und Verlegung von Gewässerläufen
  • erspart kostenaufwendige Baumaßnahmen
  • Vergrößerung von Oberflächen im Wasser
  • steigert Selbstreinigungsvermögen
  • verbessertes Pflanzenwachstum
  • erhöht Sauerstoffgehalt
  • steigert Selbstreinigungsvermögen

... Auswirkungen auf den Grund- und Oberflächenwasserhaushalt der Umgebung:

  • verlangsamtes Abfließen des Wassers
  • erspart künstliche Staue
  • veränderte saisonale Grundwasserdynamik
  • Förderung von Feuchtbiotopen mit ganzjährig hohen Feuchtigkeitsansprüchen
  • Pufferung sommerlicher Grundwasserdefizite
  • erspart ggf. „zweiseitige Stauhaltung“
  • verringerte Entwässerung bzw. Drainierung angrenzender Feuchtbiotope
  • Sicherung bestehender Feuchtbiotope
  • erspart künstliche Staue
  • ggf. Entstehen kleiner stehender Gewässer und neuer Feuchtbiotope
  • erspart künstliche Biotop ersteinrichtende Maßnahmen
  • Förderung anderer Tier- und Pflanzenarten
  • erspart künstliche Artenschutz- und -hilfsmaßnahmen

... Auswirkungen auf den Nährstoffhaushalt der Umgebung:

  • verminderte Nitrifikation, gesteigerte Denitrifikation
  • Festlegung vorhandener Nährstoffe im Bestand, verringerte Auswaschung aus vormals drainierten Flächen
  • ggf. natürlicher Schutz des Grundwassers

... Auswirkungen auf Gehölzbestände:
Vom Biber überstauter Wald - Foto: Stegner

  • Absterben von Gehölzen durch Überstauung
  • Förderung der Ansiedlung standort­gerechter Gehölze unter nasseren Bedingungen
  • ggf. Förderung von wuchskräftigerer Naturverjüngung
  • erspart forstliche Maßnahmen
  • veränderte mikroklimatische sowie Lichtverhältnisse
  • Förderung von Naturverjüngung
  • Förderung weiterer Pflanzen- und Tierarten
  • Erhöhung des Totholzanteiles
  • verbessertes Strukturangebot für Tiere, Pilze und Pflanzen

... Auswirkungen auf Landschaftsteile:

  • langsameres Abfließen des Wassers
  • ausgeglichenerer Gebietswasserhaushalt
  • Schaffung einer größeren lokalen Vielfalt verschiedener Gewässer und Feucht­biotope
  • Erhöhung der lokalen Artenvielfalt (ggf. erhöhte Alpha-Diversität)
  • Schaffung von Rückzugsräumen für Arten im Kontext größerer Landschaften (Erhöhung der Diversität)
  • Schaffung bzw. Förderung dynamischer Prozesse auf Landschaftsebene
  • Förderung von Arten dynamischer Lebensräume, die in der Kulturlandschaft (festgelegte Nutzungsgrenzen) nicht existieren können
  • Förderung von Sukzessionsprozessen mit den daran gebundenen Arten

2. Fällen von Bäumen, dadurch:

... Auswirkungen auf Gehölzbestände:

  • veränderte mikroklimatische sowie Lichtverhältnisse
  • Förderung von Naturverjüngung
  • Förderung weiterer Pflanzen- und Tierarten
  • Erhöhung des Totholzanteiles (Stubben und Stämme)
  • verbessertes Strukturangebot für Tiere, Pilze und Pflanzen

3. Verlassen alter Reviere, dadurch:

... Auswirkungen auf den Boden:

  • Zusammenbruch alter Biberdämme, Leerlaufen der vormals überstauten Flächen
  • Entstehung sog. „Biberwiesen“ = längerfristig bestehende Nasswiesen auf dem angesammelten Sediment des vorherigen Bibertümpels
  • Förderung nasswiesentypischer Pflanzen- und Tierarten nährstoffreicherer Standorte

... Auswirkungen auf den Wasser- und Grundwasserhaushalt:

  • Leerlaufen der vormals überstauten Flächen
  • durch Sedimentation und Uferabbrüche in ehemals ausgebauten Gewässern bleiben naturnahe und meist weniger tiefe Gewässerbetten zurück
  • erspart aufwendige Renaturierungen
  • vorher drainierte Flächen bleiben v.a. durch Sedimentation lange Zeit nasser (ausgeglichenere Grundwasserverhältnisse)

Selbstverständlich muss im Einzelfall stets abgewogen werden, ob der Mensch in der Umgebung eines Biberrevieres die eigenständige Entwicklung der Natur zulassen will, oder ob legitime Interessen der Landnutzung den Vorrang haben sollen [siehe auch: Probleme].

... Biber-Tourismus

Biber sind Sympathieträger des Naturschutzes. Kein Wunder, dass Besucher der Dübener Heide gern mehr über die Lebensweise dieser interessanten Tiere erfahren und auch selbst die Bauten, vielleicht sogar den Biber selber, sehen möchten. In seinen angestammten, meist unzugänglichen Lebensräumen ist das Beobachten nicht möglich. Im Presseler Heidewald- und Moorgebiet wird jedoch derzeit in Abstimmung mit Behörden und Fachleuten die Möglichkeit geprüft, wie der Biber an geeigneter Stelle für Besucher „erlebbar“ gemacht werden kann. Erlebbar als Originalerlebnis am Originalschauplatz

Biber-Paar - Foto: Kohlhase